Das Hirn im Bauch

Wenn Stress und Sorgen auf Magen und Darm schlagen

Bonn, 06.03.19 Darmgrummeln vor einem wichtigen Termin, Durchfall oder Verstopfung in stressigen Phasen…wer kennt das nicht? Schuld an dieser engen Verbindung von Psyche und Verdauungstrakt ist die Kommunikation zwischen unserem Kopf und dem so genannten Bauchhirn. Die Darm-Hirn-Achse leitet Reize wie Überlastung oder Unwohlsein vom Gehirn an das dichte Nervengeflecht im Magen-Darm-Bereich weiter – und umgekehrt. Entspannung und Ausgleich sind daher nicht nur für unser seelisches Wohlbefinden wichtig, sondern auch für Magen und Darm.

Bei mehr als der Hälfte der Patienten, die mit anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden den Arzt aufsuchen, lautet die Diagnose: funktionelle Verdauungsstörung. Hier ist das komplexe Zusammenspiel der verschiedenen Vorgänge in Magen und Darm aus dem Gleichgewicht geraten. Solche Störungen dauern meist über einen längeren Zeitraum an, treten häufig in Intervallen und typischerweise nur am Tag auf. In vielen Fällen spielen psychische Belastungen eine Rolle. Das heißt aber nicht, dass Bauchkrämpfe oder Völlegefühl eingebildet sind. Vielmehr kommen sie zustande, weil das zentrale und das enterische Nervensystem, also Gehirn und Bauchhirn, eng miteinander kommunizieren. Ist die Psyche überlastet, geht dies dem Bauchhirn buchstäblich auf die Nerven; läuft die Verdauung nicht rund, schlägt das auch auf die Psyche. Damit sich diese Kommunikation nicht in einem Teufelskreis verfestigt, ist es wichtig, frühzeitig sowohl am seelischen Gleichgewicht zu arbeiten, als auch das Bauchhirn zu beruhigen.

Entspannung für Psyche und Bauch
Entspannung bedeutet für jeden etwas anderes: Dem einen geht es besser, wenn er sich beim Sport ausgetobt hat, der andere entspannt sich bei einem guten Buch oder einem Spaziergang. Bewegung ist besonders förderlich, denn sie bringt nicht nur die Laune, sondern auch die Verdauung in Schwung und lindert schon deshalb manche Beschwerden. Die angespannten Nerven des Bauchhirns können mithilfe pflanzlicher Wirkstoffe beruhigt werden. Die berühmte Tasse Tee reicht aber meist nicht aus, da die Wirkstoffe der Arzneikräuter wie beispielsweise Pfefferminze oder Kümmel in Teezubereitungen nur sehr niedrig konzentriert sind. Wirksamer sind die hochkonzentrierten ätherischen Öle dieser Arzneipflanzen(1), die als Kombination in Kapselform rezeptfrei in Apotheken erhältlich sind.

Weitere Informationen zu funktionellen Verdauungsstörungen und viele praktische Tipps für die Gesundheit von Magen und Darm enthält die Broschüre „Verdauungsstörungen im Alter“. Sie wurde mit finanzieller Unterstützung der Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG von der Deutschen Seniorenliga erstellt. Die Broschüre ist kostenfrei und kann postalisch oder über das Internet bei der Deutschen Seniorenliga angefordert werden: Deutsche Seniorenligsa e.V., Heilsbachstraße 32,
53123 Bonn; www.verdauungsstoerungen-im-alter.de.

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(1) Noe S et al. (2016). Internist 57, (Suppl. 1), S42-S42